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Zusammenfassung des Abschlussberichts zum ITADA-Projekt
A 1.1 (1996-1999)
Stickstoffdynamik auf organisch gedüngten Maisflächen
Projektleitung:
F.J. Kansy, Dr. Vetter, Institut f. umweltger. Landbewirtsch. Müllheim
(IfUL)
Partner:
F. Juncker-Schwing, Ass. Gén. Prod. Mais (AGPM) Colmar
R. Koller, Ass. pour la Relance Agronomique en Alsace (ARAA)
Mitbeteiligte:
Staatl. Landw. Untersuchungs- u. Forschungsanstalt Augustenberg (LUFA)
Technologiezentrum Wasser Karlsruhe (TZW)
Freiburger Energie- und Wasserversorgungs AG (FEW)
Regierungspräsidium Freiburg (RP)
Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Freiburg
Service d`Utilité Agricole et de Dévelopment (SUAD)
Etablissement Départemental de l'Élevage (EDE) Ober- und
Unterelsass
Projekt kofinanziert durch die EU-Gemeinschaftsinitiative
INTERREG II 'Oberrhein Mitte-Süd'
Beschreibung der Projektteile
Das Projekt wurde in vier Themenbereiche gegliedert
um besser die nationalen Schwerpunkte ausarbeiten zu können:
1. Erhebungen zur Tierhaltung der Projektregionen Elsass und Südbaden
in Baden- Württemberg.
2. Stickstoffverwertung unter schwierigen Bedingungen (Teil Oberelsass).
3. Möglichkeiten der Gülleausbringung im Herbst auf Böden
mittlerer Durchlässigkeit (Teil Unterelsass).
4. Stickstoffdynamik auf organisch gedüngten Maisflächen (Teil
Baden-Württemberg).
Durch diese Gliederung sollte auch erreicht werden, dass keine Duplizierung
der Projektarbeiten bei den Partnern stattfindet. Durch die Orientierung
an ähnlich gelagerten Problembereichen bekamen die einzelnen Projektteile
einen komplementären Charakter. Somit ist nicht nur der Austausch
der gewonnenen Erkenntnisse möglich geworden, sondern was noch wichtiger
erscheint, auch ein gegenseitiges Nutzen im Sinne der ressourcenschonenden
und nachhaltigen Landbewirtschaftung und der Umwelt.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Die durchschnittlichen Größen der landwirtschaftlichen
Betriebe unterscheiden sich stark.
Generell sind, von der betrieblichen Struktur ausgehend, auf Grund der
relativ geringen und fast gleich hohen Viehdichte sowohl auf der französischen
als auch auf der deutschen Seite des Rheins, keine unterschiedlichen Probleme
in Bezug auf die Wirtschaftsdüngerverwertung zu erwarten.
Punktuell kann es jedoch aufgrund einer erhöhten Viehdichte zu Engpässen
bei den Lagerkapazitäten oder der verfügbaren Fläche zur
Ausbringung der anfallenden Wirtschaftsdünger kommen. Dies gilt besonders
für Schutzgebiete, wie z. B. Wasserschutzgebiete.
In die Beratungsempfehlungen für Tierhaltungsbetriebe,
die in Gebieten mit zur Verschlämmung neigenden und manchmal hydromorphen
Lehmböden wirtschaften, muss die Beratung noch weitere Parameter,
insbesondere die Bodenstruktur und den Ausbringungstermin der Wirtschaftsdünger,
berücksichtigen.
Gegenwärtig sind viele Landwirte aufgrund ihrer Betriebsorganisation
dazu gezwungen, spät im Frühjahr zu pflügen und dazu frischen
Mist auszubringen.
In diesen Gebieten wäre die Lösung zweifellos eine Änderung
der Praxis: Lagerung und Reifung des Mists über den Sommer sowie
früheres Pflügen für eine bessere Struktur.
Diese Veränderungen würden Verbesserungen der Lagerkapazität
sowie Ausrüstungen für das Umsetzen und Wiederaufladen des Mistes
voraussetzen und zu Mehrarbeit führen, die einige Landwirte sicher
nicht ohne Ausgleich auf sich zu nehmen bereit sind.
Was den Ausbringungstermin angeht, so lässt das Fehlen von Daten
zur Ausbringung von kompostiertem Mist keine Schlussfolgerung zu.
Die zu Mais ausgebrachten Wirtschaftsdünger stellen
eine Stickstoffquelle für diese Kultur dar. Um diese bei der Berechnung
der Stickstoffdüngung zu berücksichtigen, muss man deren Düngewirkung
unter verschiedenen Standortbedingungen kennen. Die aktuell gültige
Beratungsempfehlung, die Mineraldüngung um 35 kg N/ha zu reduzieren,
wenn mit einer Nachwirkung von Wirtschaftsdüngern zu rechnen ist
und um 40 kg N/ha bei einer direkten Wirtschaftsdüngerwirkung, wurde
auf Daten aus dem braunen Ried gegründet, indem der Mittelwert abzüglich
Standardabweichung genommen wurde.
Die bisher gewonnenen Ergebnisse gestatten jedoch nicht, eine allgemeine
Empfehlung zu geben, da die Variabilität groß ist.
Unter wechselnden und ungünstigen Bedingungen muss die Datengewinnung
demnach noch detaillierter fortgesetzt werden, um angepasste und besser
fundierte Ratschläge erteilen zu können.
In der Tendenz müsste die Stickstoff-Mineraldüngung bei Wirtschaftsdüngeranwendung
reduziert werden, die sich aber nicht genau beziffern lässt. Dafür
wären feinere Bewertungsinstrumente nötig.
Die Gülleausbringung im November bei Böden
mittlerer bis starker Nitratauswaschungsgefährdung führt in
der Tendenz zu einer Erhöhung des Nmin-Gehalts im Boden. Dieser Vorrat
kann teilweise durch Auswaschung verloren gehen, wenn der Winter niederschlagsreich
ist. In derartigen Situationen wird das Risiko also signifikant erhöht.
Die Ausbringung auf Maisstroh ist weniger ungünstig als die Ausbringung
nach Silomais, da bei der Strohumsetzung Stickstoff gebunden wird. Die
Menge lässt sich dabei auf 30 kg N/ha beziffern.
Bei Böden mit sehr geringer Nitratauswaschungsgefährdung erhöht
eine Gülleausbringung im November oder Dezember unter den Bedingungen
eines durchschnittlichen Winters mit Niederschlägen zwischen Oktober
und Februar im Bereich von 200 bis 300 mm die Nitratverluste nicht signifikant.
Es ist nur darauf zu achten, dass die Güllemenge so begrenzt wird,
dass die Aufnahmekapazität der Folgekultur nicht überschritten
wird. Bei Schweinegülle, dem hier vorliegenden Fall, scheinen 30
m3 mit 100 - 120 kg Gesamtstickstoff eine empfehlenswerte Menge zu sein.
Eine eindeutige Aussage über die Vorzüglichkeit
der untersuchten Anbauverfahren ist anhand bisheriger Ergebnisse nicht
möglich.
Unter bestimmten Voraussetzungen, wie z.B. Beachtung von Empfehlungen
zur Ausrichtung der Düngungshöhe am Bedarf der Pflanze und unter
Berücksichtigung des Mineralisationsverhaltens des Bodens sowie der
Einhaltung der "Allgemeinen Regel einer guten fachlichen Praxis"
in Bezug auf die Führung des Pflanzenbestandes kann jedes der Anbauverfahren
bedingt empfohlen werden.
Nachdem im Anfangsjahr 1996 teilweise noch höhere Sickerwasserbelastungen
ermittelt wurden, waren in den beiden folgenden Jahren die Nmin-Gehalte
des Bodens zum SchALVO-Termin sehr niedrig. Das Risiko einer erhöhten
Konzentration des Nitrats im Grundwasser durfte somit gebannt sein.
Die Projektergebnisse begründen einen weiteren
Forschungsbedarf. Um die Beratungsempfehlungen für die im Projektgebiet
sehr unterschiedlichen und kleinräumig wechselnden Bedingungen abzusichern,
muss die Datengewinnung noch detaillierter erfolgen und es müssen
die Verfahren über einen längeren Zeitraum untersucht werden.
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