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ITADA-Projekt 8:
Braugerste: Möglichkeiten integrierter und
kostengünstiger Qualitäts-Braugerstenproduktion in der Oberrheinebene
BETEILIGTE
Projektleiter: D. Lasserre (ITCF Colmar)
Projektpartner: H. Nußbaumer (IfuL Müllheim)
Mitbeteiligte: H. Winkler (Amt für Landwirtschaft Lörrach)
PROBLEM
Im Elsaß und in Baden-Württemberg bestehen bedeutende Mälzereikapazitäten
(180.000t bzw. 220.000t). Demgegenüber sind die Anbauflächen
für Braugerste bescheiden.
Der Anbau von Sommergerste und insbesondere Braugerste ist grundsätzlich
eher extensiv, was den Einsatz von Stickstoffdüngung und Pflanzenschutzmitteln
anlangt. Um die von den Mälzereien geforderte Qualität (<
11,5% Eiweißgehalt) zu erreichen wird Braugerste insbesondere auf
den durchlässigeren Böden angebaut, welche unter Umweltaspekten
als sensible Standorte zu betrachten sind.
ZIEL
In Anbetracht des regionalen Nachfrageüberhangs
für Braugerste versucht das Projekt das optimale Anbauverfahren für
Braugerste zu ermitteln.
ERGEBNISSE
In den Jahren 1994 und 1995 wurden auf einem Standort
in Frankreich und zwei Standorten in Deutschland 5 Gerstensorten geprüft.
Die intensiven Verfahren 1 und 2 zielen auf Höchsterträge ab.
Das ´integrierte´ Verfahren 3 brachte demgegenüber leichte
und das ´extensive´ Verfahren 4 Ertragseinbußen von
20%. Die für Braugerste verlangte Qualität und damit der höchste
Deckungsbeitrag wurde mit dem Verfahren 3 ´integriert´ erzielt.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das Verfahren 3 strebt die optimale Produktqualität
an. Die Stickstoffdüngung ist reduziert. Die leichte Ertragsminderung
wird überkompensiert durch niedrigere Aufwendungen und einen höheren
Preis. Unabdingbar ist die Wahl einer standfesten Braugerstensorte.
EMPFEHLUNGEN
Die Feinanalyse von sechs Situationen zeigt, daß
- es auf die Wahl des richtigen Standorts ankommt.
Zur Vermeidung überhöhter Eiweißgehalte sind tiefgründige
Böden mit rascher Frühjahrserwärmung und hoher Mineralisation
zu meiden. Es müssen "Braugerstenböden" ermittelt
werden.
- organische Dünger und umgebrochenes Grünland
auszuschließen sind.
- die Stickstoffdüngung rund 40 kg/ha unter
der Düngung von Futtergerste liegen muß (in Abhängigkeit
vom Standort zu präzisieren).
- ein gewisser Pflanzenschutz gewährleistet
sein muß. Herbizide und Fungizide sind nach Bedarf einzusetzen.
Ein völliger Verzicht ist jedoch unrentabel.
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